
Gesund sein und bleiben setzt eine vielseitige und ausgewogene Ernährung voraus. Das gilt auch für Katzen. Im Vergleich zum Menschen haben Katzen aber einen ganz anderen Energiebedarf - sie benötigen beispielsweise mehr Eiweiß und weniger Fett, Kohlehydrate sollten auf jeden Fall als Beikost gegeben werden.
Wissenswertes zu den
einzelnen Nahrungsbausteinen:
Diejenigen, die ihrem Liebling gern selbst die Mahlzeiten
zubereiten wollen, müssen sehr darauf achten, daß das Angebot
an Nährstoffen ausgewogen bleibt, da es sonst zu
Mangelerscheinungen kommen kann.
Fleisch:
Eine wildlebende Katze nimmt mit ihrer Beute (Mäuse und andere
kleine Nagetiere) außer Fleisch zusätzlich wichtige Vitamine,
Mineralstoffe wie Calcium und auch Kohlehydrate auf. Sie erhält
diese Beikost aus dem Magen und Darminhalt des Beutetiers.
Eine reine Fleischfütterung wäre also für die Katze eine
Mangelernährung. Sie würde zu wenig Calcium bekommen
(Calciummangel führt zu Bewegungsstörungen und zu spontanen
Knochenbrüchen) und zuviel Phosphor (Phosphor behindert die
Calcium-Aufnahme im Körper).
Daher ist es wichtig , die Fleischnahrung durch die Zugabe von
Calcium, das zum Beispiel in Gemüse (Karotten, Petersilie,
Schnittlauch) enthalten ist, oder durch Hefe und Gemüseflocken
zu ergänzen.
Fleisch vom Rind, Schaf, Pferd oder Kaninchen sollten Sie nur
dann roh verfüttern, wenn Sie es ganz frisch und aus
einwandfreien Beständen erwerben. Im Zweifelsfall lieber
abkochen und die Brühe mitverwenden.
Achtung:
Schweinefleisch niemals roh verfüttern
!!! Es kann den Erreger der tödlichen verlaufenden
Aujeszkyschen Krankheit enthalten.
Fisch:
Fisch darf nur gekocht und ohne Gräten verabreicht werden. Das
Abkochen ist wegen eventuell vorhandener "Spuren" von
Fischbandwurm und wegen schädlicher Enzyme, die bei rohen
Flußfischen nachgewiesen wurden, erforderlich. Fisch können Sie
mit Reis, Vollkornnudeln und Gemüse sowie Butterflöckchen
anreichern.
Geflügel:
Geflügel darf wegen der Samonellengefahr immer nur abgekocht
verabreicht werden. So lassen sich auch die gefährlichen
Splitterknochen leicht vom Fleisch lösen. Die Brühe kann
mitverwendet werden. Auch hier durch Beikost wie Reis, Nudeln,
Gemüse, Petersilie und Schnittlauch ergänzen.
Küken:
Wegen der niemals auszuschließenden Samonellengefahr sollten
Küken besser nicht verfüttert werden.
Innereien:
Ich rate grundsätzlich davon ab, Innereien zu füttern, da sich
darin Schad- und Giftstoffe ablagern (Ausnahme von Rinderherz).
Erhält die Katze zuviel Leber, besteht die Gefahr einer
Vitamin-A-Vergiftung, in deren Folge es zu Gelenkschäden und
anormalen Verknöcherungen kommen kann. Rohe Leber kann zudem
Durchfall auslösen, gekochte Leber Verstopfung.
Gemüse:
Gemüse wie Karotten, Sellerie oder Spinat, sollten Sie nur
gedünstet anbieten, damit die darin enthaltenen Stoffe vom
Körper aufgenommen werden können. Hülsenfrüchte lieber nicht
füttern, sie rufen Blähungen hervor.
Getreide:
Getreide wie Grieß, Reis, Haferflocken und Getreideflocken, nur
gekocht als Brei füttern. Die in ungekochtem Getreide enthaltene
Rohstärke kann von Katzenorganismus nicht abgebaut werden.
Eigelb:
Gekochtes oder rohes Eigelb können Sie Ihrer Katze einmal in der
Woche anbieten. Rohes Eigelb unbedingt von frischen Eiern (wegen
der Samonellengefahr) und eventuell mit etwas Rahm oder Milch
verquirlt geben. Neigt Ihre Katze zu Durchfall, sollten Sie nur
gekochtes Eigelb füttern.
Milch:
Milch ist ein Nahrungsmittel und kein Trinkwasserersatz. Manche
Katzen können den darin enthaltenen Milchzucker (Lactose) aber
nicht abbauen. Sie vertragen die Milch nicht und bekommen dann
Durchfall.
Wasser:
Bieten Sie Ihrer Katze täglich frisches Trinkwasser an, am
besten in einem standfesten Gefäß, das nicht so leicht umkippen
kann.
Vitamine:
Bei selbstzubereiteten Mahlzeiten müssen Vitamine zugegeben
werden. Welche Vitamine und wieviel davon sollten Sie mit dem
Tierarzt besprechen. Ein zuviel an Vitaminen kann zu größeren
Gesundheitschäden führen.
Das dürfen Katzen nicht Fressen
Fertigfutter:
Manche halten es immer noch für das beste, die Mahlzeiten für
die Katze ausschließlich selbst zuzubereiten. Ich teile diese
Ansicht nicht unbedingt. Denn niemand ist in der Lage, auch nur
annähernd ein so ausgewogenes Futter herzustellen, das den
Bedürfnissen der Katze entspricht.
Dosenfutter:
Dosenfutter gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen.
Wählen Sie die Marke mit dem höchsten Fleischanteil im
Verhältnis zur Beikost enthält und achten Sie darauf, daß kein
Malz oder Soja zugesetzt ist. Diese Stoffe enthalten unter
anderem Zucker, worauf manche Katzen mit blutigem Durchfall
reagieren.
Trockenfutter:
Trockenfutter wird bei der Herstellung etwa 85% Feuchtigkeit
entzogen. Es handelt sich also um eine hochkonzentrierte Nahrung.
Eine reibungslose Verdauung funktioniert nur dann, wenn Ihre
Katze viel Wasser trinkt. Bieten Sie Ihr deshalb zum
Trockenfutter immer frisches Wasser an.
Vor allem bei Katern können Probleme (Harngrießbildung)
auftreten, wenn sie zum Trockenfutter zu wenig trinken.
Katzengras:
Katzengras braucht die Katze zwischendurch zum Knabbern und um
verschluckte Haare besser auswürgen zu können. Das ebenfalls
als Katzengras angebotene Papyrusgras ist sehr scharfkantig und
führt häufig zu Verletzung und sogar inneren Blutungen; es ist
daher unbedingt zu meiden.
(Quelle GU Tier-Ratgeber)
Stand: 1.1.2002